Diagnostik

Wie Sie vielleicht schon wissen, gibt es derzeit keine validen biologischen/medizinischen Marker für die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen.
Grundlage für die Diagnose ist nach wie vor die Analyse der Entwicklungsgeschichte, die Selbst- (und Fremd)beschreibung und der aktuelle „klinische Eindruck“, (bei Kindern auch verschiedene psychometrische Tests, wie ADOS, die aber letztlich auch nur das Verhalten in standardisierten Situationen bewerten).
Um solche Informationen erheben, gewichten und auswerten zu können, ist sehr viel praktische Erfahrung und theoretisches Wissen erforderlich. Eine diagnostische Einschätzung in unserem Institut wird deshalb nur durch besonders erfahrene KollegInnen durchgeführt und umfasst zwei 1,5 bis 2-stündige Termine (falls erforderlich finden auch drei Termine statt).
Ergebnis ist eine fundierte psychologische Einschätzung in Bezug auf das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung.
Für viele rechtliche Ansprüche und Fragestellungen ist jedoch eine fachärztliche Diagnose (Facharzt für Psychiatrie) erforderlich, eine solche Diagnosestellung ist in unserem Institut nicht möglich.

Im Vorfeld eines Diagnostiktermins erhalten Sie von uns verschiedene Fragebögen, die Sie möglichst bereits vor dem Termin an uns zurück senden, damit wir uns vorbereiten können.
Es handelt sich dabei um: EQ, AQ, MBAS, einen Fremdbeurteilungsbogen sowie unseren eigenen Fragebogen (für die Gestaltung des Clearing-Termins).

Sollten Sie entsprechende Begleitpersonen (z. B. Eltern/Elternteil/Geschwister) mitbringen wollen, wird das Clearing von zwei Therapeuten durchgeführt – ein Therapeut führt das Gespräch mit Ihnen, ein anderer Therapeut führt das Gespräch mit den anderen Personen (soweit relevant).
Sollten Sie allein kommen, wird das Gespräch in der Regel von einem einzelnen Therapeuten/Therapeutin geführt.
Inhalte dieser Gespräche sind Ihre Entwicklungsgeschichte und Ihre aktuelle Situation/Ihr aktuelles Verhalten und persönliche Besonderheiten im Hinblick auf die diagnostischen Kriterien für eine Autismus-Spektrum-Störung (nach ICD-10 bzw. DSM IV-TR).
Es finden keine formalen Tests statt, sondern ein teilstrukturiertes Gespräch (d. h. der Therapeut/die Therapeutin stellt eine Anzahl von Fragen, bzw. spricht eine Anzahl von festgelegten Themen an). Darüber hinaus ist Raum und Zeit für weitere Inhalte, auch natürlich für Ihre Fragen.

Wir werden versuchen, den/die Termine so angenehm wie möglich für Sie zu gestalten – deshalb scheuen Sie sich nicht, persönliche Wünsche, Fragen oder Schwierigkeiten, die wir im Vorfeld berücksichtigen sollten, bereits bei der Kontaktaufnahme oder später mitzuteilen.

Auf Wunsch erhalten Sie einen ausführlichen schriftlichen Bericht über die Inhalte und Ergebnisse des Clearings.