Atypischer Autismus

Atypisch ist hier in Bezug auf den Frühkindlichen Autismus gemeint.
Ein Atypischer Autismus liegt dann vor, wenn die Diagnosekriterien des Frühkindlichen Autismus nicht vollständig erfüllt sind oder sich die ersten Auffälligkeiten erst nach dem 3. Lebensjahr beobachten lassen.
Der Begriff meint aber nicht, dass die Betroffenen „weniger autistisch“ seien, sondern nur, dass die Kriterien die dem Frühkindlichen Autismus zugrunde liegen nicht im vollen Ausmaß erfüllt sind, die vorhandene Symptomatik aber eindeutig dem Autismus zuzurechnen ist.

Menschen/Kinder mit der Diagnose Atypischer Autismus haben also grundsätzlich dieselben Auffälligkeiten/Schwierigkeiten wie sie beim Frühkindlichen Autismus vorliegen (siehe Frühkindlicher Autismus) nur dass, entweder nicht alle Kriterien des Frühkindlichen Autismus erfüllt sind, oder das Alter in dem erste Symptome beobachtet wurden nach dem 3. Lebensjahr ist, bzw. eine Kombination von beidem.

Die Diagnose Atypischer Autismus wird in etwa bei 10% der Fälle vergeben, d.h. sie kommt somit relativ gesehene nicht ganz so häufig vor. Die beiden großen Hauptgruppen sind der Frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom.

Es können insgesamt drei Formen des Atypischen Autismus unterschieden werden:

  1. atypisches Erkrankungsalter
    Die Kriterien des Frühkindlichen Autismus werden alle erfüllt, allerdings zeigen sich die ersten Symptome nicht vor, sondern nach dem 3. Lebensjahr.
  2. atypische Symptomatologie (F84.11)
    Die Anzahl der Kriterien des Frühkindlichen Autismus werden nicht in der geforderten Anzahl erfüllt (mindestens 6 Symptome aus mindestens 3 Bereichen)
  3. atypisches Erkrankungsalter und atypische Symptomatologie (F84.12)
    Eine Kombination von 1 und 2.