Kita-Fachberatung

Das Autismus-Therapieinstitut ist vom Land Hessen als spezielle, überregional tätige Frühförderstelle für Kinder mit Autismus anerkannt. Wir erhalten Fördermittel für die heilpädagogische Fachberatung für Kindertagesstätten und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen. Die Kooperation mit den allgemeinen und speziellen Frühförderstellen, Kindergärten, Therapeuten und Ärzten hat in den letzten Jahren zu einer guten Vernetzung mit Einrichtungen vor Ort beigetragen.

Kindertagesstätten aus Hessen können sich an uns wenden, wenn sie eine einzelfallbezogene Fachberatung oder einen Interdisziplinären Austausch zu einem Kind wünschen, das in ihrer Einrichtung betreut wird oder zur Betreuung angemeldet ist. Für die Kindertagesstätte ist die Beratung kostenfrei. Leider können wir dieses Angebot nicht für Einrichtungen aus benachbarten Bundesländern anbieten. Über diese Beratung hinaus bieten wir auch Inhouse-Fortbildungen für Kindertagesstätten an. Die Kosten hierfür müssen von der anfragenden Einrichtung getragen werden.

Im Mittelpunkt des Beratungstermins stehen die aktuellen Fragestellungen der MitarbeiterInnen im Umgang mit einem autistischen Kind. Dabei ist es unerheblich, ob bereits eine fundierte Diagnose („Autistische Störung“, „Asperger-Syndrom“ etc.) vorliegt, oder nur ein erster Verdacht. Auch ist es nicht nötig, dass das Kind bereits bei uns vorgestellt wurde. In diesem Fall kann die Beratung auch anonymisiert erfolgen, d.h. personenbezogenen Daten des Kindes müssen nicht unbedingt erhoben werden. Eine diagnostische Begutachtung des Kindes im Kontext der Beratung wird nicht angestrebt bzw. ist nicht möglich. Während des Beratungsgesprächs geht es darum, die vorliegenden Informationen der MitarbeiterInnen zu bündeln, die Beobachtungen aus dem Kindergarten-Alltag zu begutachten, und darauf aufbauend Strategien für die weitere Arbeit der KollegInnen zu entwickeln. Die Umsetzung der Ideen im Umgang mit dem autistischen Kind kann gegebenenfalls in einem zeitlich nachfolgenden weiteren Beratungstermin überprüft werden.

Beispiele für mögliche Zielsetzungen des Beratungsgesprächs sind:Mitarbeiterinnen haben mehr Sicherheit im Umgang mit den Eltern bei der Vermittlung der Entwicklungsauffälligkeiten des Kindes

  • Eltern lassen die Auffälligkeiten ihres Kindes diagnostisch abklären
  • Mitarbeiterinnen haben neue Ideen für die Gestaltung verschiedener Alltagssituationen (Ankunft, Essen, Stuhlkreis, Bastelaktivitäten, Freispielzeiten etc.)
  • Besonderheiten der Autistischen Behinderung (Wahrnehmungsprobleme, fehlende Perspektivenübernahme,  eingeschränkte Exploration  u.a.) werden besser verstanden
  • Mitarbeiterinnen setzen ihre vorhandenen, guten Kompetenzen zielgerichtet für die Integration des Kindes in Gruppenprozesse ein
  • Die in der Beratung vermittelten Inhalte werden an die KollegInnen anderer Gruppen weitergeleitet.

Das Beratungsangebot wird hessenweit seit vielen Jahren intensiv genutzt, in zahlreichen Fällen konnten wir einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Früherkennung autistischer Kinder leisten, aber auch die vorhandenen Ressourcen der MitarbeiterInnen in den Kindertagesstätten fördern.

Eine Kontaktaufnahme zwecks Terminabsprache erfolgt über die Verwaltung in Langen.