Statistiken

Klienten

Im Jahr 2015 wurden 595 Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen mit Autismus im Autismus-Therapieinstitut in Langen behandelt, 502 = 84,3 % davon waren männlich, 93 weiblich. Der Anteil der männlichen Klienten steigt seit einigen Jahren kontinuierlich und ist in der Zunahme an Klienten mit der Diagnose Asperger-Autismus begründet.

 


 


Erwachsene Menschen mit Autismus

Im Jahr 2015  kamen 46  erwachsene autistische Menschen (Altersgruppe über 22 Jahre) zur Therapie bzw. Beratung (Vergleich Vorjahr: 33). Demgegenüber standen wieder weit über 100 Anfragen von erwachsenen Betroffenen selbst, deren Eltern, Eheleuten oder Kindern, die sich hilfesuchend an uns wandten. Auch Anfragen von Jobcentern nach Beratung in Zusammenhang mit der Arbeitsvermittlung von Menschen mit Autismus sowie Kliniken, in denen erwachsene Menschen diagnostiziert wurden und im Anschluss daran Möglichkeiten Adressen zur therapeutischen Weiterbehandlung suchen, nehmen nach wie vor zu. Unverändert ist auch die Nachfrage nach Beratung und therapeutischer Unterstützung für erwachsene Bewohner in Wohnheimen und im ambulant betreuten Wohnen.

Es melden sich auch erwachsene Menschen mit dem dringenden Verdacht auf Autismus, die eine diagnostische Abklärung benötigen. Für diese bieten wir eine Erstdiagnostik an oder verweisen auf psychiatrische Ambulanzen, die auf  diese Diagnostik spezialisiert sind. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es derzeit noch keine solche Spezialambulanz, bundesweit bestehen Wartezeiten von bis zu 1,5 Jahren.


Clearing/ Erstvorstellungen:

In 2015 hatten wir über 500 telefonische Erstanmeldungen. Diese sehr hohe Zahl zeigte den enormen Beratungsbedarf von Eltern, Institutionen und nicht zuletzt Betroffenen selbst. Am Telefon informieren wir über die Antragstellung für eine Therapie, geben Adressen zur medizinischen Diagnostik und Selbsthilfegruppen weiter und vermitteln Institutionen und Einrichtungen, die im Einzelfall unterstützen können.
Von diesen Anfragen mündeten 231 (also knapp die Hälfte!) im Jahr 2015 in einem Clearing-termin bzw. einer Erstvorstellung.
An den Erstberatungen nahmen in der Regel jeweils zwei Therapeuten teil. Das jüngste Kind war zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 2,5 Jahre, der älteste Klient war 60,5 Jahre alt.



Clearing/Erstvorstellung

 

2015 fanden 231 Erstvorstellungen statt.

Das jüngste Kind war zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 2,5 Jahre, der älteste Klient war 60,5 Jahre alt.

Nach wie vor steigen die Nachfragen nach einer Erstberatung allen Altersgruppen, insbesondere jedoch im Altersbereich der 8-14-jährigen. Familien oder auch Schulen melden sich häufig in den ersten beiden Jahren nach der Einschulung, wenn dauerhafte Probleme im Rahmen der Beschulung auftreten oder aber vor Abschluss der 4. Klasse, wenn sich die Frage der weiteren Beschulung stellt. Ein weiterer Schwerpunkt besteht bei Schulkindern mit der Diagnose Aspergerautismus. Diese wird immer noch zu selten vor der Einschulung gestellt, vielmehr liegt hier der Alter, in dem die Diagnose gestellt wird bei ca. 12 Jahren. Dies ist auch das Alter, in dem sowohl aufgrund der besonderen Entwicklungsherausforderungen der Pubertät als auch aufgrund der sich verändernden sozialen und kognitiven schulischen Anforderungen bestehende familiäre, schulische und individuelle Anpassungsstrategien nicht mehr greifen und vermehrt Krisensituationen entstehen. Die Themen "Mobbing", Fremdunterbringung, Schulverweigerung oder Schulausschluss stehen zunehmend im Fokus der Beratungen und Therapien.

Alter der Klienten bei Therapiebeginn

Im Rahmen einer Erstberatung findet eine pädagogisch-psychologische Einschätzung im Hinblick auf Autismus, der Lebenssituation des Klienten (und seiner Familie) und des Entwicklungspotentiales statt. Es wird eine erste Therapie- und Förderplanung erstellt und Eltern und Betroffene über Hilfsmöglichkeiten beraten.
Ein Clearing kann auch dazu dienen, bei Vorliegen von Verdachtsmomenten eine Erstdiagnostik durchzuführen. Zunehmend mehr erwachsene Menschen mit erstmaligem Verdacht auf Vorliegen eines (Asperger)Autismus nehmen unsere Leistung in Anspruch.

Wohnortnahe Versorgung und Vernetzung in den Regionalstellen

Das Autismus-Therapieinstitut Langen hat im Jahr 2015 in Wiesbaden Regionalstelle die neuen Räumen eingeweiht. Es unterhält nun 9 Regionalstellen in Süd- und Mittelhessen.

Verteilung der Klienten 829 auf die Regionalstellen

Zusammenarbeit und Vernetzung

Das Autismus-Therapieinstitut ist mit zahlreichen Einrichtungen und Fachdiensten vor Ort vernetzt und arbeitet interdisziplinär im Einzelfall mit diesen zusammen.

Das Autismus-Therapieinstitut Langen ist in folgenden Arbeitskreisen vertreten:

AK Unterstützte Kommunikation Wiesbaden
AK frühe Hilfen Wiesbaden
AK Integration Odenwaldkreis
Frankfurter Runde Frühförderung
AK rechtzeitige Hilfen Darmstadt
AG Integration Darmstadt
AG Übergang Kita-Schule Darmstadt
LAG Frühe Hilfen Hessen
Runder Tisch Autismus in Gießen
Arbeitskreis Unterstütze Kommunikation Gießen
AK Frühförderung Mittelhessen
Leiterkreis der Autismuszentren Deutschlands
„Fachgruppe Therapie“ des Bundesverbandes Autismus Deutschland

Ambulant betreutes Wohnen für erwachsene Menschen mit Asperger-Autismus

Seit Mitte 2011 bietet das Autismus-Therapieinstitut in Langen in Kooperation mit dem Wohnverbund Dietzenbach das Ambulant Betreute Wohnen für erwachsene Frauen und Männer mit Asperger- oder High-Functioning-Autismus an.

Diese Wohnform soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einem privaten Bereich ermöglichen. Gleichzeitig sollen zwischenmenschliche Begegnungen und eine Teilnahme am sozialen Leben in dem Maße und in der Form möglich sein, wie es den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht.

Wir unterstützen Klienten, die in ihrer eigenen Wohnung leben, aber nicht ganz ohne Unterstützung auskommen. Denkbar sind bei Bedarf auch Wohngemeinschaften oder die Betreuung von Paaren.

Wir können Klienten aus Stadt und Kreis Offenbach und den umliegenden Gebieten betreuen.

Zum Jahresende waren 2 der 6 Plätze belegt.

Rechtliche Grundlagen

Rechtlich-finanzielle Basis der ambulanten therapeutischen Tätigkeit im Autismus-Therapieinstitut ist in den überwiegenden Fällen das Sozialgesetzbuch. Therapiesitzungen sind demnach Leistungen gemäß § 55 und § 56 SGB IX und 54 SGB XII bzw. gemäß §35a SGB VIII.
Unsere Therapiemaßnahmen bei Schulkindern sind in der Regel "erforderlich und geeignet ..., dem Behinderten den Schulbesuch im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht zu ermöglichen oder zu er-leichtern" bzw. ihm "... eine im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht üblicherweise erreichbare Bil-dung zu ermöglichen...".

Informationsveranstaltungen

 In 2015 führten wir in den Regionalstellen Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Langen, Offenbach, Wiesbaden und Höchst im Odenwald 8 Informationsnachmittage durch, an denen insgesamt 104 Fachkräfte aus Frühförderstellen, Kitas, Schulen, freien Praxen und anderen Einrichtungen teilnahmen. Wir vermitteln in diesen Veranstaltungen einen Einblick in das Problemfeld Autismus, stellen unsere pädagogisch-psychologische Arbeit vor und nehmen Fragestellungen der TeilnehmerInnen auf.


Sonstige Leistungen

Wir führten zusätzliche kostenlose Beratungen durch (meist am Telefon), erbrachten spezielle Aktivitäten im Bereich Frühförderung (z.B. Aktivitäten zur Früherkennung, Institutionsberatung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Vernetzungsarbeit) und betreuten Praktikanten.

Beratungsangebote

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Beratungsangebote

Beratungen mit Familien, in Kitas, Schulen, Wohnheimen und Werkstätten finden einmalig oder auch über einen längeren Zeitraum statt. Wesentlicher Bestandteil einer Therapie ist die Kooperation mit den Einrichtungen, in denen unsere Klienten betreut werden. Darüber hinaus werden einzelfallspezifische Beratungen insbesondere von Wohneinrichtungen angefragt. Im Rahmen der Frühförderung sind aufgrund der Ergänzungsfinanzierung des Landes Hessen Einzelfallberatungen für Kindertagesstätten, die ein autistisches Kind betreuen, kostenfrei für die Einrichtung, auch wenn das Kind nicht bei uns in Therapie ist. Auch Frühförderstellen ziehen das Autismus-Therapieinstitut zur Beratung hinzu.


Beratungen und Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten


In 2015 erfolgten für 105 Kinder Einzelfallberatungen (teils mit mehreren Terminen) in Kitas vor Ort im Rahmen der heilpädagogischen Fachberatung und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese verteilten sich auf 101 Kindertagesstätten in folgenden 60 Städten und Gemeinden:

Heuchelheim          Marburg                Wettenberg
Langgöns               Reiskrchen           Gladenbach
Wetter                     Usingen                 Nidda
Günerod                Gießen                   Oberursel
Langen                  Wiesbaden            Taunusstein
Kriftel                      Groß-Gerau            Dietzenbach
Bischofsheim         Egelsbach              Raunheim
Nauheim               Mainhausen            Biebesheim
Offenthal              Babenhausen         Neu-Isenburg
Darmstadt            Bickenbach             Michelstadt
Breuberg              Gundernhausen     Erbach
Mühltal                 Bad König               Heppenheim
Bensheim            Birkenau                 Zwingenberg
Münster               Riedstadt               Nieder-Liebersbach
Hüttenfeld           Wald-Erlenbach      Einhausen
Griesheim            Viernheim               Lampertheim
Rimbach               Brandau                Pfungstadt
Frankfurt               Offenbach              Schwalbach (Ts.)
Alt-Niederursel    Ober-Ramstadt      Eschollbrücken
Linsengericht      Nidderau

 

Fortbildungsangebote

Fortbildungsangebote


Wir führten Inhouse-Fortbildungen themenspezifisch für Kindertagesstätten, Schulen, berufliche Schulen, Wohnheime, Werkstätten, Arbeitsämter, Arbeitgeber, Integrationsämter und andere pädagogisch-therapeutische Fachkräfte und sonstige Verbände durch. Diese sind themenspezifisch auf die Fragestellungen der anfragenden Einrichtung zugeschnitten.

Unser Fortbildungsjahresprogramm 2015 umfasste Fortbildungsveranstaltungen für pädagogische und therapeutische Fachkräfte und Integrationshelfern in Kitas, Schulen, berufsbildende Schulen, Hortbetreuung und Werkstätten.
In 2015 haben wir 9 Fortbildungen durchgeführt, an denen insgesamt 88 Personen teilnahmen.


Finanzierung der Therapien

Die Finanzierung der Therapien erfolgte durch folgende Kostenträger:

Sozial- und/oder Jugendämter

Kreis Offenbach
Stadt Offenbach
Stadt Darmstadt
Kreis Darmstadt/Dieburg
Stadt Frankfurt
Main-Kinzig-Kreis
Stadt Hanau
Wetteraukreis / Friedberg
Kreis Groß-Gerau
Stadt Rüsselsheim
Hochtaunuskreis / Bad Homburg
Odenwaldkreis / Erbach
Kreis Bergstraße / Heppenheim
Stadt Wiesbaden
Main-Taunus-Kreis / Hofheim
Mainz
Rheingau-Taunuskreis / Bad Schwalbach
Bezirk Unterfranken/Würzburg
Landkreis Gießen/Stadt Gießen
Lahn-Dill-Kreis
Landkreis Alzey-Worms
Vogelsbergkreis
Stadt und Landkreis Fulda
freie Hansestadt Bremen
Stadt Bonn
Kreis Rhein-Hunsrück
Marburg/Kreis Marburg-Biedenkopf
Landeswohlfahrtverband Hessen (Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt)
Privatzahler

In 2015 wurden zudem 2  Maßnahmen (Clearings) durch das Amt für Arbeit bzw. Jobcenter übernommen.

Spenden und Kommunale Zuschüsse

Wir erhielten in 2015 Spenden, die im Sinne der Spender insbesondere für Therapiematerial und die Ausstattung von Therapieräumen unserer neuen Regionalstellen verwendet wurden.

Wir danken

den Stadtwerken Langen
der Gemeinde Dietzenbach
der Gemeinde Goldbach

und anderen nicht namentlich erwähnten Spendern.   
   
Wir erhielten außerdem Zuschüsse von Kommunen. Wir danken den Gemeinden und Städten

Langen        
Eschborn
Dreieich       
Gernsheim

Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit Asperger- und High-Functioning Autismus

Seit Anfang 2012 bietet das Autismus-Therapieinstitut in Langen in Kooperation mit dem Wohnverbund Dietzenbach das Ambulant Betreute Wohnen für erwachsene Frauen und Männer mit Asperger- und High-Functioning Autismus an.

Diese ambulante Wohnform soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einem privaten Bereich ermöglichen. Gleichzeitig sollen zwischenmenschliche Begegnungen und eine Teilhabe am sozialen Leben in dem Maße und in der Form möglich sein, wie es den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des Einzelnen entspricht. 

Wir unterstützen Klienten, die in ihrer eigenen Wohnung leben, aber nicht ganz ohne Unterstützung auskommen. Denkbar sind bei Bedarf auch Wohngemeinschaften oder die Betreuung von Paaren. Wir können mit unserer Leistung Klienten im nahen Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt, Offenbach, Hanau, Dieburg, Darmstadt) unterstützen.