Die Erstberatung

Ziel der Erstberatung (auch Clearing oder Aufnahmeverfahren genannt) ist die pädagogische und psychologische Diagnose und die Erstellung eines vorläufigen Therapiekonzeptes bzw. Förderplans. Insbesondere vor jeder Therapieaufnahme ist eine Erstberatung notwendig.

In der Regel melden sich die Eltern bzw. andere Bezugspersonen telefonisch bei uns, häufig durch Vermittlung von Kindertagesstätten, Frühförderstellen, Ärzte usw. Für die Erstberatung gewährt der Kostenträger auf Antrag der Eltern bzw. der Betreuungspersonen eine Kostenzusicherung im Umfang von 4,5 Therapieeinheiten. Die Erstberatung kann stattfinden, wenn eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung vorliegt.


Zum Ablauf der Erstberatung

Vor der Erstberatung schicken wir den Eltern oder Bezugspersonen einen Fragebogen zu, in dem wichtige Entwicklungsdaten abgefragt werden. Wir bitten, diesen Fragebogen und eventuell vorhandene ärztliche oder andere Stellungnahmen in Fotokopie noch vor dem Beratungstermin an uns zu schicken. Diese Unterlagen werden vorab von den beteiligten Therapeuten ausgewertet.

Die Erstberatung wird in der Regel von zwei Therapeuten durchgeführt und dauert ein bis zwei Zeitstunden.

Meist führt in dieser Zeit ein Therapeut das Anamnesegespräch mit den Eltern und ermittelt Informationen über den Verlauf und Stand der Entwicklung des Klienten, und erfasst aktuelle Problemstellungen. Ziel ist es eine klinische und/oder entwicklungspsychologisch fundierte Autismusdiagnose zu erarbeiten (bzw. auszuschließen) und die Familie hinsichtlich der Förder- und Hilfemöglichkeiten zu beraten.
Der zweite Therapeut beschäftigt sich in dieser Zeit mit dem Klienten und sammelt durch teils offene, teils strukturierte Interaktions- und Spielsituationen bzw. Gesprächführung wichtige Informationen über Entwicklungsbesonderheiten des Klienten in den Bereichen Spiel, Interaktion, Sprache, Kognition, Emotionalität, Stereotypien usw.

Die gewonnenen Daten aus Anamnesegespräch und Interaktionsbeobachtung werden zusammengetragen. Auf dieser Basis erfolgt eine differenzierte Rückmeldung an die Eltern zu folgenden Themen:

  • Liegt Autismus vor? Welche Form der Behinderung ist gegeben?
  • Sind diagnostische Fragen offen geblieben? Sind differentialdiagnostische Untersuchungen notwendig (z.B. Abklärung einer genetischen Störung)?
  • Auf welchem Entwicklungsniveau befinden sich die Klienten?
  • Welche Ressourcen sind erkennbar und für die Förderung nutzbar?
  • Welche Hilfen bzw. Fördermöglichkeiten sind für den Klienten indiziert?
  • Welche Unterstützung können Eltern erhalten?
  • Welche anderen Institutionen können hilfreich sein (z.B. Schulen, Wohnheime)?


Die Erstberatung wird abgeschlossen durch eine psychologische Stellungnahme, in der die durch Anamnese und Interaktionsbeobachtung erhobenen Daten zusammengefasst sowie die Förder- und Hilfeempfehlungen niedergeschrieben werden.

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